Geschichte Kanadas

Die Geschichte Kanadas begann vor etwa 13.000 Jahren, nach Ende der Eiszeit, mit der Besiedelung durch die Menschen, die über Sibirien und Alaska nach Kanada gelangten und sich dort niederließen. Im Laufe der Zeit bildeten sie die Ureinwohnerschaft des riesigen Gebietes. Die ersten Europäer, die Kanada erreichten waren die Wikinger. Im Jahr 986 n. Chr. entdeckte der Wikinger Bjarne Herjulfson die kanadische Küste. Etwa zehn Jahre danach ging der Wikingerkapitän Leif Eriksson auf der Insel Neufundland an Land. Nach Auseinandersetzungen mit den Eingeborenen zogen die Wikinger jedoch bald wieder ab.

Geschichte Kanadas
Geschichte Kanadas

Durch die reichhaltigen Fischgründe bei Neufundland wurden im 16. Jahrhundert europäische Fischer aus Großbritannien, Frankreich, Spanien und Portugal auf Kanada aufmerksam und gründeten an der Küste zahlreiche, kleine Siedlungen. 1605 errichteten die Franzosen mit der Festung Port Royal die erste größere Siedlung in Kanada, das sie Neufrankreich nannten. Drei Jahre später wurde die Stadt Quebec gegründet. Maßgeblich für die Besiedelung waren Handelsgesellschaften wie die Französische Westindien-Kompanie, die mit den indianischen Ureinwohnern regen Handel trieben. Besonders der Pelzhandel prägte damals Metropolen von heute. Durch die Europäer verbreiteten Krankheiten wie die Pocken, starb eine große Zahl von Indianern. 1674 übernahm die französische Krone die Herrschaft über die Kolonie und erschloss durch zahlreiche Expeditionen das noch unbekannte Hinterland. Durch die Ausbreitung der Franzosen, deren Niederlassungen von den Großen Seen bis nach Louisana reichten, kam es zu wachsenden Spannungen mit der britischen Krone und ihren Kolonien in Neuengland.

1754 kam es schließlich zum Krieg um Kanada. 1759 wurden die Franzosen bei der Schlacht auf der Abraham-Ebene vernichtend geschlagen. Quebec und Montreal fielen in britische Hände. Im Frieden von 1763 musste Frankreich all seine Gebiete in Kanada an die britische Krone abtreten, das von nun als Provinz Quebec zum britischen Kolonialreich gehörte. 1775 kam es zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, in dessen Verlauf Teile von Kanada von amerikanschen Truppen besetzt wurden, die aber wieder vertrieben werden konnten. Nachdem die Briten 1783 den Krieg gegen die jungen Vereinigten Staaten von Amerika verloren hatten, siedelten sich die königstreu gebliebenen Loyalisten in Kanada an. Dadurch wurde Kanada zunehmend von einem britischen (Oberkanada) und einem französischen Teil (Niederkanada) geprägt.

1812 kam es erneut zum Krieg gegen die USA, in dessen Verlauf bei den Kanadiern ein gemeinsames Nationalgefühl entstand. 1841 wurden Ober- und Niederkanada zur britischen Provinz Kanada zusammengeschlossen. Hauptstadt des Landes wurde Ottawa. Am 1. Juli 1867 wurde Kanada als Dominion of Canada zu einem Bundesstaat. Im Laufe der nächsten Jahre wurde das Gebiet des Bundesstaates im Westen und Nordwesten deutlich vergrößert. Dabei kam es 1868 zur Red River-Rebellion der Metis und der westkanadischen Indianer, die 1870 niedergeschlagen wurde.

Im Laufe der Jahre strebte Kanada immer mehr nach Eigenstaatlichkeit, die schließlich 1931 mit dem Statut von Westminster erreicht wurde. Kanada wurde zu einem eigenständigen Staat, blieb aber Teil des britischen Commonwealth of Nations. Heute ist Kanada der zweitgrößte Staat der Erde.

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